Hundertjähriger Kalender

Der Frühling

Der ausgehende März ist warm, der April bis zum 25. trocken, danach kalt. Der Mai hat anfänglich raue und kalte Tage und zwar so sehr, dass die Früchte in Gefahr sind zu erfrieren. Danach ist es bisweilen warm und schön.

Der Sommer

Im Sommer 2019 fällt laut Hundertjährigem Kalender ziemlich viel Regen. Allerdings wird die Erde von diesem Regen nicht so recht erquickt. Es gibt zwischen den Regenzeiten immer wieder schöne Tage und so können Heu und Getreide eingebracht werden. Man muss die Gelegenheit aber nutzen und darf sich nicht säumen.

Der Herbst

Die erste Hälfte des Herbst bringt viel Regen, Frühreif und Frost. Wenn die Hälfte des Oktobers vorüber ist, bleibt da Wetter trocken bis zum Anfang des Advents. Nur ab und zu gibt es ein wenig Regen. Man braucht sich deshalb aber weder mit der Weinlese noch mit der Herbstsaat zu beeilen.

Der Winter

Nach dem schönen Herbst kommt es Anfang Dezember zu einem Wintereinbruch. Es ist kalt und schneit bis in den Februar. Der Februar wird etwas milder, dann wird er wieder sehr kalt und das bis zum 4. März. Bis Ende März bleibt es kalt und es kommen Sturmwinde auf.

Der Hundertjährige Kalender ist eine Zusammenstellung von Wettervorhersagen. Er wurde im 17. Jahrhundert von Mauritius Knauer (* 1613 oder 1614; † 1664), Abt des Klosters Langheim als Calendarium oeconomicum practicum perpetuum verfasst. Das Buch sollte ihm und seinen Mönchen ermöglichen, das Wetter in Franken vorherzusagen und so die klösterliche Landwirtschaft zu optimieren.

Knauer stützte sich auf klassische astrologische Vorstellungen. Er ging von der allerdings auch unter damaligen Astrologen umstrittenen Idee aus, die Himmelskörper („Planeten“) Mond, Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus und Merkur würden, in festem Turnus aufeinander folgend, jeweils ein Jahr lang von Frühlingsbeginn bis Winterende entscheidend das Wetter beeinflussen. Nach dieser Theorie genügte es, über einen beliebigen siebenjährigen Zeitraum präzise Wetterbeobachtungen zu machen, um, darauf aufbauend, auch für die Zukunft das Wetter vorhersagen zu können. Knauer schränkte allerdings ein, dass zusätzliche, astrologisch bedeutsame Faktoren wie Kometen, Sonnen- und Mondfinsternisse das Wetter abweichend beeinflussen könnten. Die Grundlage für sein Calendarium legte der Abt mit detaillierten Beobachtungen des Wetters wohl in den Jahren 1652 bis 1658.