Hundertjähriger Kalender 2020

Der Frühling

Der Frühling ist feucht. Trotzdem ist es warm, aber gelegentlich gibt es noch Frost. Der gesamte März ist recht kalt. Im April regnet es viel. Der Mai beginnt erst einmal mit schönem Wetter, trotzdem regnet es auch ab und zu. Danach folgt eine große Kälte. Im Juni herrscht schönes Wetter und gelegentlich fällt auch etwas Regen.

Der Sommer

Der Sommer ist sehr durchwachsen. So gibt es schöne und warme Tage, aber es herrscht auch öfters kaltes Wetter.

Der Herbst

Der Herbst beginnt mit feuchtem Wetter. Die Temperatur ist mittelkalt. Danach wird es so richtig kalt und das Wetter wird auch feuchter.

Der Winter

Der Dezember bringt zuerst eine große Kälte mit starkem Regen im Anschluss. Ab 20. Dezember bis zum 12. Januar herrscht kaltes und trübes Wetter. Das Wetter für kurze Zeit wieder milder, aber bald darauf kommt bis zum 25. wieder große Kälte. Später setzen wieder starke Regenfälle ein mit anschließendem Schnee. Der März ist zu Beginn rau und kalt. Dann wird er aber wärmer und schöner.

Der Hundertjährige Kalender ist eine Zusammenstellung von Wettervorhersagen. Er wurde im 17. Jahrhundert von Mauritius Knauer (* 1613 oder 1614; † 1664), Abt des Klosters Langheim als Calendarium oeconomicum practicum perpetuum verfasst. Das Buch sollte ihm und seinen Mönchen ermöglichen, das Wetter in Franken vorherzusagen und so die klösterliche Landwirtschaft zu optimieren.

Knauer stützte sich auf klassische astrologische Vorstellungen. Er ging von der allerdings auch unter damaligen Astrologen umstrittenen Idee aus, die Himmelskörper („Planeten“) Mond, Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus und Merkur würden, in festem Turnus aufeinander folgend, jeweils ein Jahr lang von Frühlingsbeginn bis Winterende entscheidend das Wetter beeinflussen. Nach dieser Theorie genügte es, über einen beliebigen siebenjährigen Zeitraum präzise Wetterbeobachtungen zu machen, um, darauf aufbauend, auch für die Zukunft das Wetter vorhersagen zu können. Knauer schränkte allerdings ein, dass zusätzliche, astrologisch bedeutsame Faktoren wie Kometen, Sonnen- und Mondfinsternisse das Wetter abweichend beeinflussen könnten. Die Grundlage für sein Calendarium legte der Abt mit detaillierten Beobachtungen des Wetters wohl in den Jahren 1652 bis 1658.